Über mich: Christina Gericke, Yogalehrerin und Krafttrainerin in Leipzig
Warum ich seit 2019 auch Krafttraining unterrichte
Ich unterrichte seit 2007 hauptberuflich Yoga, und ich tue es mit so viel Freude, dass ich es nicht lassen kann. Vor einigen Jahren allerdings bemerkte ich beim eigenen Üben etwas, das mir fehlte: Kraft. Nicht Beweglichkeit, davon hatte ich reichlich, und nicht Ruhe, sondern schlicht die Fähigkeit, etwas Schweres zu heben oder mich selbst an einer Klimmzugstange hochzuziehen. Ich begann, meine eigene knappe Trainingszeit umzuverteilen, weg von der Matte und hin zu den Gewichten.
Damit begann eine Frage, die mich seither nicht mehr losgelassen hat. Die meisten Frauen, die zu mir kommen, haben viel zu tun und tragen eine Menge Pflichten; mehr als ein bis zwei Stunden in der Woche lassen sich für den eigenen Körper schlicht nicht erübrigen. Wenn sie diese Zeit bei mir verbringen, trage ich Verantwortung dafür, dass sie das Beste daraus bekommen: dass sie sich kräftig fühlen und fit für ein Leben, das ihnen Freude macht. Yoga allein leistet das nicht.
Also habe ich meine Kurse neu gebaut, mit den Anteilen, die aus meiner Sicht der Wirklichkeit entsprechen: viel Kraft, etwas Beweglichkeit und ein wenig Stille. Das Konzept ging auf. Die Kurse füllten sich, die Frauen blieben über Kursblöcke hinweg, und inzwischen weiten sie sich Schritt für Schritt aus. Über diesen Erfolg freue ich mich sehr, denn er bestätigt, was mir am Herzen liegt: ein Training, dessen Wirkung meine Teilnehmerinnen tatsächlich bemerken, und zwar nicht nur im Studio, sondern in ihrer Woche.
Wen ich in fast zwanzig Jahren in Leipzig unterrichtet habe
In diesen Jahren habe ich vor allem Gruppen unterrichtet, in Kursen, in offenen Stunden und in Workshops, oft große und über lange Zeiträume hinweg. Daneben lief immer der Einzelunterricht, und der hat mir stets mehr abverlangt. In einer Gruppe unterrichte ich eine Übung, im Einzelunterricht einen bestimmten Menschen, mit seiner eigenen Beweglichkeit, seiner eigenen Vorgeschichte und seiner eigenen Anatomie.
Genau dort habe ich Anatomie gelernt. Nicht im Lehrbuch, sondern vor einem Menschen, dessen Schulter sich anders bewegt als beschrieben, und mit der Frage, woran das liegt und was jetzt zu tun ist. Den Grundstein dafür legten meine Ashtanga-Jahre, in denen ich über die Hands-on-Assists gelernt habe, einen Körper mit den Händen zu lesen: wo er nachgibt, wo er hält und wo eine Korrektur ansetzen kann.
Das Fachliche kam später dazu. Die Ausbildungen in der Yoga Tune Up® Methode haben einen sehr hohen Anatomieanteil, und dort habe ich nachgeholt, was ich zuvor praktisch begriffen hatte: die Namen der Muskeln, ihre Verläufe, ihre Bewegungsrichtungen und die Frage, welche Struktur eine Bewegung ermöglicht und welche sie begrenzt. Heute sehe ich in einer Yogahaltung und in einem Kreuzheben dieselben Gelenke und dieselben Muskelketten, und deshalb unterrichte ich nicht zwei Fächer nebeneinander, sondern einen Körper.
Manche meiner Schülerinnen und Schüler kamen mit besonderen Voraussetzungen: mit einer schweren Erkrankung, ohne Augenlicht, in einer Zeit der Trauer. Solche Stunden haben mich am meisten gelehrt, aber sie waren die Ausnahme. Die meisten wollten schlicht intensiver und individueller mit ihrem Körper üben, als es in einer Gruppe möglich ist, und dabei genauer gesehen werden.
Aus dieser Vielfalt stammt das, was ich in jede Stunde mitbringe: die Fähigkeit, eine Übung so lange umzubauen, bis sie zu dem Menschen passt, der vor mir steht.
Meine Ausbildung: auch seit fast zwanzig Jahren in Bewegung
Ich habe nicht eine Ausbildung absolviert, sondern lerne seit 2007 fortwährend weiter.
Yoga. Grundausbildung in Indien, 320 Stunden, in Ashtanga und Vinyasa Yoga, Ayurveda und Pranayama. Anschließend jahrelanges Lernen bei traditionellen Lehrern der Ashtanga-Linie.
Therapeutisches Yoga und Einzelunterricht. Über viele Jahre vertieft bei Duncan Wong (Yogic Arts) und Dr. Elena Voyce (Personal Yoga), einschließlich individueller Hands-on-Adjustments.
Yin Yoga und Power Yoga. Umfangreiche Ausbildung im Yin Yoga (125 Stunden) sowie im Power Yoga bei Bryan Kest.
Faszien und Selbstmassage. Seit 2018 zertifizierte Yoga Tune Up® Lehrerin und Roll Model® Practitioner. Breath & Bliss/ Body by Breath mit Jill Miller (2020), myofasziale Selbstmassage entlang der Faszienbahnen bei Jill Miller und Thomas W. Myers (2021).
Krafttraining. Seit 2019 unterrichte ich Krafttraining mit Kettlebells, Langhantel, Widerstandsbändern und Klimmzugstange. Fortbildungen im Kettlebelltraining (2019), im Langhanteltraining (2022/23) und im Krafttraining speziell für Yogaübende (2021/22).
Ich lerne nie aus, was gelegentlich anstrengend ist, meistens aber das Schönste an diesem Beruf. Dankbar bin ich vor allem den Lehrerinnen und Lehrern, die meine eigenständige Entwicklung zu einem modernen Yoga gefördert haben.
Meditation seit 2007
Im selben Jahr, in dem ich mit dem Unterrichten begann, lernte ich in Indien meinen Zen-Lehrer Ama Samy kennen. Seither meditiere ich. Das ist keine Zusatzqualifikation, sondern eine Praxis, die neben allem anderen herläuft, und sie ist der Grund, weshalb am Ende jeder meiner Stunden Stille steht.
Zertifizierung und Fortbildungen für Lehrende
Als zertifizierte und registrierte Yogalehrerin (E-RYT 200, YACEP) bei der Yoga Alliance biete ich anerkannte Fortbildungen an. Außerdem bin ich im offiziellen Lehrerinnenverzeichnis von Tune Up® Fitness gelistet und zur Gesundheitstrainerin (DOSB) ausgebildet.
Was mich nach fast zwanzig Jahren immer noch begeistert, ist der Moment, in dem eine Schülerin bemerkt, dass ihr Körper mehr kann, als sie ihm zugetraut hat. Zurzeit passiert das gerne mal an der Klimmzugstange.
Christina Gericke, M.A.
christina@bliss-leipzig.de